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Lamina Plastische und Ästhetische
Chirurgie, München

Gesicht & Hals

Mehr als die Hälfte der Behandlungen betrifft das Gesicht1. Wer versteht, wo welche Schicht liegt, versteht auch Risiken und Narben besser.

Der gläserne Kopf: sechs Schichten

Ziehen Sie am Modell, um es zu drehen, und zoomen Sie mit + und −. Zeigen Sie auf eine Struktur (am Handy: tippen), erscheint ihr Name, auf Latein, wo es einen gibt. Jede Station nennt ihre Quelle.

Gläserner Kopf: durchscheinende Haut, darunter Fettkammern, Muskeln, Knochen, Gefäße und Nerv
Wo setzt ein Eingriff an?
Abb. 1 — Gläserner Kopf, Gesichtsanatomie in sechs Schichten. Anatomisches Modell auf Basis von Durchschnittsmaßen erwachsener Frauen; Lage der Strukturen schematisch. Keine Ergebnisdarstellung.

Die Schichten im Überblick

Station 1

Haut (Ober- und Lederhaut)

Die Haut ist nicht überall gleich dick: Die Lederhaut ist am oberen inneren Augenlid am dünnsten (etwa 0,76 mm) und an der unteren Nasenseitenwand am dicksten (etwa 1,97 mm).2

Station 2

Oberflächliche Fettkompartimente

Das Unterhautfett des Gesichts ist in getrennte Kammern unterteilt – unter anderem an Stirn und Augenhöhle, an der Wange (innen, mittig, seitlich), an der Nasolabialfalte und am Unterkiefer (Hängebäckchen).3

Station 3

SMAS und mimische Muskulatur

Das SMAS ist eine Bindegewebs-Muskel-Schicht über Ohrspeicheldrüse und Wange, 1976 beschrieben; sie setzt sich am Hals im Platysma fort. Über der Ohrspeicheldrüse lässt sich darunter sicher präparieren, weiter vorn wird es heikler.4

Station 4

Haltebänder

Haltebänder liegen an konstanten Stellen. Sie verankern die Weichteile, trennen Räume und Fettkammern und dienen als Wegmarken für die Äste des Gesichtsnervs.5

Station 5

Tiefe Fettpolster

Unter der Muskelschicht liegen tiefe Fettpolster. Das tiefe mediale Wangenfett hat einen Teil am Rand der Nasenöffnung und einen Teil direkt auf dem Oberkiefer.6

Station 6

Gesichtsskelett

Stirnbein, Augenhöhlen, Jochbein, Ober- und Unterkiefer bilden das Gerüst, an dem Haltebänder und Muskeln ansetzen.5

Station 7

Gefäße und Gefahrenzonen

Die Gesichtsarterie liegt auf Höhe der Mundwinkel im Mittel etwa 9,7 mm tief, am inneren Augenwinkel nur etwa 2,4 mm. Ein Gefäßverschluss ist eine seltene, aber schwere Komplikation von Unterspritzungen.718

Station 8

Gesichtsnerv (Stirnast)

Der Stirnast verläuft in einer bekannten Zone zwischen Ohr und Augenbraue (Pitanguy-Linie: von 0,5 cm unter dem Tragus bis 0,5 cm über dem seitlichen Augenhöhlenrand). Dort wird die Präparationsschicht besonders sorgfältig gewählt.9

Eingriff

Oberlidstraffung

Schritt 1 von 4: Anzeichnen

  1. Anzeichnen Vor dem Eingriff wird die Schnittführung festgelegt und mit einem Stift auf die Haut gezeichnet.10
  2. Schnitt in der Lidfalte Geschnitten wird in der natürlichen Oberlidfalte, damit die Narbe möglichst unauffällig liegt.10
  3. Haut, bei Bedarf Fett Je nach Grund des Eingriffs wird überschüssige Haut entfernt oder Fettgewebe reduziert und umverteilt. Markiert ist der Hautstreifen zwischen den beiden Linien.10
  4. Naht Genäht wird mit fortlaufenden, sehr dünnen Fäden, die in der Haut liegen. Sie werden ab dem fünften bis zehnten Tag gezogen.10

Schematisch, am Computer modelliert. Gezeigt wird das Vorgehen, nicht das Aussehen danach: Die Form des Gesichts bleibt in allen Schritten gleich.

Eingriff

Facelift (SMAS)

Schritt 1 von 4: Schnittführung

  1. Schnittführung Beim klassischen Facelift verläuft der Schnitt von der Schläfe vor dem Ohr entlang, um das Ohrläppchen und hinter dem Ohr in den Haaransatz (gestrichelt).11
  2. Haut lösen Zuerst wird die Haut vom Gewebe darunter gelöst. Die markierte Fläche zeigt den Bereich schematisch.11
  3. SMAS straffen Dann wird das SMAS gesondert angehoben, gestrafft und vernäht; die Pfeile zeigen die Zugrichtung schematisch. Über der Ohrspeicheldrüse lässt sich darunter sicher präparieren, weiter vorn wird es heikler. In der Nähe verläuft der Stirnast des Gesichtsnervs.1149
  4. Haut vernähen So lässt sich überschüssige Haut ohne Spannung entfernen, die Wunde wird vernäht. Die Fäden werden meist nach 5 bis 14 Tagen gezogen.11

Schematisch, am Computer modelliert. Gezeigt wird das Vorgehen, nicht das Aussehen danach: Die Form des Gesichts bleibt in allen Schritten gleich.

Eingriff

Nasenkorrektur

Schritt 1 von 4: Schiefe Scheidewand

  1. Schiefe Scheidewand Eine schiefe Nasenscheidewand kann die Nasenatmung behindern; bei einer Schiefnase ist sie fast immer beteiligt. Markiert ist die verbogene Scheidewand.12
  2. Zugang Bei der offenen Technik wird zwischen den Nasenlöchern ein kleiner Schnitt gesetzt (gestrichelt). Haut und Schleimhäute werden vorübergehend vom Knorpel- und Knochengerüst gelöst.12
  3. Scheidewand begradigen Die Nasenscheidewand wird begradigt. Die äußere Form der Nase ist hier unverändert dargestellt.12
  4. Naht und Schiene Die Schleimhäute werden mit feinen, selbst auflösenden Fäden vernäht, die Nasengänge mit weichen Tamponaden geschient. Außen stützt eine Schiene aus Kunststoff oder Gips; sie wird meist nach einer Woche gewechselt.12

Schematisch, am Computer modelliert. Gezeigt wird das Vorgehen, nicht das Aussehen danach: Die Form des Gesichts bleibt in allen Schritten gleich.

Eingriff

Muskelrelaxans

Ein Muskelrelaxans wirkt auf einzelne mimische Muskeln, etwa zwischen den Augenbrauen und an der Stirn.

Eingriff

Unterspritzung

Schritt 1 von 4: Gefäße kennen

  1. Gefäße kennen Vor jeder Unterspritzung steht die Anatomie: Wo verlaufen die Gefäße, und wie tief? Die Gesichtsarterie liegt auf Höhe der Mundwinkel im Mittel etwa 9,7 mm tief, am inneren Augenwinkel nur etwa 2,4 mm.7
  2. Ebene und Zugang In der Wange wird je nach Ziel tief am Knochen oder im Unterhautfett gearbeitet, jeweils mit einem passenden Produkt. Hier wird über eine kleine Einstichstelle eine stumpfe Kanüle im Unterhautfett vorgeschoben (markiert).17
  3. Langsam, in kleinen Mengen Fachübersichten empfehlen, langsam, mit wenig Druck und in kleinen Portionen zu spritzen. In einer Erhebung unter 370 Dermatologinnen und Dermatologen gab es mit Kanülen seltener Gefäßverschlüsse als mit Nadeln (1 je 40 882 gegenüber 1 je 6 410 Spritzen); Nadeln bleiben für eine genaue Platzierung wichtig.1819
  4. Wenn ein Gefäß betroffen ist Schwere Komplikationen sind selten, laut einer Übersicht bei weniger als 0,01 % der Injektionsstellen. Hyaluronsäure lässt sich mit dem Enzym Hyaluronidase auflösen; bei einem Gefäßverschluss ist es, früh und hoch dosiert, zentral für die Behandlung. Bei uns liegt es bei jeder Unterspritzung bereit.20

Schematisch, am Computer modelliert. Gezeigt wird das Vorgehen, nicht das Aussehen danach: Die Form des Gesichts bleibt in allen Schritten gleich.

Oberlidstraffung

Der zweithäufigste Behandlungswunsch in der Patientenbefragung der DGÄPC1.

Was gemacht wird
Überschüssige Haut am Oberlid wird entfernt, bei Bedarf auch Anteile von Muskel oder Fett. Der Schnitt liegt in der natürlichen Lidfalte10.
Ablauf
Meist ambulant in örtlicher Betäubung, etwa 1 bis 1,5 Stunden10.
Erholung (typische Angaben)
Mindestens eine arbeitsfreie Woche. Die Naht ist nach etwa 8 Tagen kaum noch sichtbar, Schwellungen fallen nach zwei bis drei Wochen meist nicht mehr auf, Sport frühestens nach zwei Wochen10.
Risiken
Wie jede Operation hat auch diese Risiken, zum Beispiel Blutergüsse oder Infektionen. Welche bei Ihnen eine Rolle spielen, besprechen wir im Aufklärungsgespräch.

Facelift (SMAS)

Schema: Schnittverlauf beim Facelift vor dem Ohr, um das Ohrläppchen und hinter dem Ohr in den Haaransatz
Abb. 3 — Wo die Narbe verläuft, schematisch
Was das SMAS ist
Eine Bindegewebs-Muskel-Schicht über Ohrspeicheldrüse und Wange, 1976 beschrieben4. Beim SMAS-Facelift wird diese Schicht gestrafft – nicht nur die Haut. Es gibt verschiedene Varianten; welche infrage kommt, klären wir im Gespräch.
Ablauf
In der Regel stationär, etwa 3 bis 5 Stunden11.
Erholung (typische Angaben)
Ein bis zwei Wochen arbeitsunfähig, etwa drei Wochen bis zur Teilnahme am gesellschaftlichen Leben, Fäden nach 5 bis 14 Tagen. Raucher sollten mindestens vier Wochen vorher aufhören11.
Risiken
Zu den bekannten Risiken gehören Verletzungen von Nervenästen; der Stirnast des Gesichtsnervs verläuft in einer bekannten Zone zwischen Ohr und Augenbraue9. Alle Risiken besprechen wir im Aufklärungsgespräch.

Nasenkorrektur

Ablauf
Meist stationär für ein bis zwei Nächte, etwa 1 bis 3 Stunden12.
Erholung (typische Angaben)
Die Schiene wird meist nach etwa einer Woche gewechselt; acht bis zwölf Wochen keine schweren körperlichen Anstrengungen. Eine Nachoperation kann notwendig werden12.
Krankenkasse
Bei einer Atembehinderung kann die Krankenkasse zahlen – nach Antrag und Prüfung durch den Medizinischen Dienst13.

Quellen Stand Oktober 2026

  1. DGÄPC-Statistik 2024/2025
  2. Chopra et al. 2015: Facial dermal thickness (Aesthet Surg J)
  3. Rohrich & Pessa 2007: The fat compartments of the face (Plast Reconstr Surg)
  4. Mitz & Peyronie 1976: The superficial musculo-aponeurotic system (Plast Reconstr Surg)
  5. Alghoul & Codner 2013: Retaining ligaments of the face (Aesthet Surg J)
  6. Rohrich et al. 2008: The deep medial cheek fat (Plast Reconstr Surg)
  7. Trzeciak et al. 2025: Depth of the facial artery – meta-analysis (Aesthetic Plast Surg)
  8. Scheuer et al. 2017: Facial danger zones (Plast Reconstr Surg)
  9. Pankratz et al. 2020: Frontal branch of the facial nerve (JPRAS Open)
  10. DGPRÄC-Patienteninformation: Augenlidstraffung
  11. DGPRÄC-Patienteninformation: Facelift
  12. DGPRÄC-Patienteninformation: Nasenkorrektur
  13. Verbraucherzentrale: Schönheitsoperationen – Krankenkassen übernehmen nur selten die Kosten
  14. Heilmittelwerbegesetz (HWG), § 11
  15. BGH, Urteil vom 31. Juli 2025, I ZR 170/24 (Pressemitteilung Nr. 147/2025)
  16. Hessisches Ärzteblatt 10/2024: Werbung für Faltenunterspritzung (OLG Köln 6 U 77/23; OLG Koblenz 9 U 1097/23)
  17. Molinari et al. 2026: Three-layer technique for the midface (J Cosmet Dermatol)
  18. Kazin & Bertucci 2026: Areas of high risk and high reward – temple, nose, lip and jawline filler (Dermatol Surg)
  19. Alam et al. 2021: Rates of vascular occlusion – needles vs cannulas for filler injection (JAMA Dermatol)
  20. Kamrani et al. 2026: From bruising to blindness – hyaluronic acid filler complications (Dermatol Surg)